buhs Montagsreport: Statist®i©k - Zellulosefestplatten
Released by buh on Mo. 16. Oktober 2006 21:38:59 [Statistics]
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Matroids Matheplanet

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Nahe BücherStatist®i©k
Zellulosefestplatten

Berlin. „Ich schenk’ dir ein Buch zum Geburtstag, eine echte Überraschung.“
„Danke, aber ich hab’ schon eins.“
„Es ist eins über Statistik.“
„Dazu bedarf es keiner Bücher; Excel genügt.“
„Aber du kannst darin nachschlagen, wenn du etwas nicht weißt.“
„Erstens tritt dieser Fall nicht ein, und außerdem gibt es ja wikipedia, ohne-sorg, google und erklaerbaer.“
Das Buch in diesem Sinne ist ein prähistorisches quasi ausgestorbenes Speichermedium, das auch noch schneller brennt als Nero (s. Anna-Amalia-Bibliothek) oder zum Beispiel eine DVD.
Folgerichtig beteiligten sich nur reichlich 0,0088 Prozent* aller Besuche(r) des MP an einer matroidischen Umfrage, die sich mit Besitz resp. Nahstand von (mathematikorientierten?) Zellulosefestplatten beschäftigt. Und das Ergebnis ist eindeutig:



Bücher taugen nicht mehr fürs Leben. So gelang es mir trotz halbstündigen Blätterns im Bernstein** (einer Art Ingenieurbibel) nicht, aus Schmierfingerbuchstaben Schrift zu destillieren. Das Ergebnis

Histogramm

zeigt somit zwar, wie nahe stehende Bücher aussehen könnten (rechts die Bronsteinfans), aber keine anständigen Buchstaben.
Die zweite Grafik hingegen zeigt eindeutige Tendenzen:

Tortogramm

Es gibt, richtig betrachtet, nur zwei Bücher: Das Große Buch Vom Bronstein und ein ganz anderes. Welches das ganz andere nicht sein kann, hat die Umfrage auch mitgeteilt: Das Telefonbuch ist eine CD und heißt „das-oertliche.de“, Vornamen hat hier eh keiner, und fremdsprachliche Lektüre wird offensichtlich von dict.leo.org erfolgreich übernommen.
Dass hier von offenbar elektronisch gesteuerter Hand abgestimmt wurde, lässt sich im Kreisdiagramm

Histogramm

an den Tortenstückchen am besten demonstrieren: Während sich 7 (sieben!!) Vorschläge am Rande der Unerkennbarkeit suhlen, teilen sich 4 (vier!) Antworten den Großteil der Torte: Die Namentlichen sind keine Mathematiker, sondern Sänger*** (Fischer) bzw. Komponist (Bernstein), der Rest kann entweder seine Bücher nicht klassifizieren oder musste erst bei google nachsehen, was ein Buch eigentlich ist.
Für Letztere bin ich mal in meinen eigenen Bücherschrank geklettert und habe eine Ansichtssache erstellt:

Büchogramm

Das sind verschiedene Bücher aus verschiedenen Jahrhunderten, gehalten von zwei Paper-Wallets, deren Inhalt (also der Inhalt auf dem Inhalt) noch älter ist als die alten Bücher.
Das ganz Erstaunliche an Büchern, aber so etwas bemerkt der vollelektronische Mensch ja nicht mehr, ist: Man braucht nicht wöchentlich neue Backups, sie müssen nicht ständig an neues Papier oder neue Fonts angepasst werden, und wenn sie abstürzen, hebt man sie einfach wieder auf und stellt sie zurück in den Bücherschrank.

Und einen wackelnden Tisch mit einem PC zu stabilisieren, geht auch viel schlechter, meint

buh2k+6


*: Das waren aktuell 521 Planetarier.
**: Das muss ein offensichtlicher Tippfehler von matroid gewesen sein: Der Mann hieß L. Bernstein, wie das Material, dessen Bedrohlichkeit er in seiner 2. Sinfonie überzeugend darstellt.
***: Man muss es ja nicht unbedingt schön finden, was er singt, aber: Doch, singen kann er, der Fischer.

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Statist®i©k - Zellulosefestplatten [von buh]  
Statist®i©k Zellulosefestplatten Berlin. „Ich schenk’ dir ein Buch zum Geburtstag, eine echte Überraschung.“ „Danke, aber ich hab’ schon eins.“ „Es ist eins über Statistik.“ „Dazu bedarf es keiner Bücher; Excel genügt.“ „Aber du kannst darin nachschlagen, wenn du etwas nicht weißt.“ „Ers
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"buhs Montagsreport: Statist®i©k - Zellulosefestplatten" | 3 Comments
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Re: Statist®i©k - Zellulosefestplatten
von: LutzL am: Di. 17. Oktober 2006 08:11:06
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Hi,

ich muss entschieden protestieren: Es gibt nicht nur Fossilharz in der Musik, auch in der Mathematik gibt es mindestens zwei wichtige Bernsteine. Zum einen den mit den gleichnamigen Polynomen, zum anderen den mit dem (leider) kaum bekannten BKK-Theorem über dünnbesetzte polynomiale Gleichungssysteme.

Lutz.

PS: Man hätte vielleicht auch fragen können, wieviele laufende Meter Kopien, die moderne Form des gedruckten Wortes, jeder bei sich zu Hause stehen hat.\(\endgroup\)
 

Re: Statist®i©k - Zellulosefestplatten
von: Bernhard am: Di. 17. Oktober 2006 14:21:02
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Schade, von der erwähnten Bücherumfrage erfahre ich erst jetzt!(War im Urlaub)
Sonst wären es vielleicht noch ein paar Prozent mehr geworden...
Ich finde gerade zum Lernen oder zur Arbeit und Hilfe am Computer die digitalen Anleitungsbücher immer grauenhaft.
Erstens weil sie so eindimensional durchzublättern und nachzuschlagen sind. Wie kannst Du hier an drei verschiedenen Stellen, die Du gerade miteinander verglichen hast, einen Finger hereinlegen, während Du mit der anderen Hand den Telefonhörer abhebst?
Zweitens weil Du fast immer entweder nur die Anleitung bzw. Hilfe oder das Programm selber sehen kannst. Wie willst Du da flüssig durcharbeiten?
Aber auch sonst bin ich ein Zellulose-Fan.
Und ich bin auch nicht der Ansicht, das diese Art von Festplatte ausgedient hat. Es gibt auch noch weitere gute Gründe dafür:
Welches andere Speichermedium ist so systemunabhängig und so kompatibel? Welches andere Speichermedium kann aus so vielen Materialien gleichermaßen angefertigt werden (Zellulose, Papyrus, Leder, Tontafeln  usw.)?  Welches andere Speichermedium kann trotzdem alle vorhandenen Formate (=Sprachen, Schriften, Bilder usw.) tragen?
Habt Ihr schonmal eine CD mit Blindenschrift gesehen??? Das ist sogar ein digitales Format, aber dieser Datenträger versagt!

Bernhard




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Re: Statist®i©k - Zellulosefestplatten
von: Stefan72 am: Do. 19. Oktober 2006 10:25:38
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Sehr schön sind die Excel-Abbildungen (vor allem der Schatten bei der dritten Überschrift). Alle Fehler vereint, die man bei einer graphischen Darstellung so machen kann. Wirklich zum Schmunzeln... ;-)

Ich gehöre zu den wenigen (?) Leuten, die die Wikipedia oder andere Online-Enzykloplädien im Forum aus Faulheit (um es nicht selber aufschreiben zu müssen) allerhöchstens zitieren, selber aber niemals (!) lesen (sondern ausschließlich Bücher und vielleicht ab und zu ausgedruckte Skripte). Einen Grund außer dem mir eigenen Anachronismus gibt es dafür aber nicht. 😉\(\endgroup\)
 

 
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