Mathematik: Ein paar Ideen zu einer Philosophie der Zeit
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Ein paar Ideen zu einer Philosophie der Zeit

Aus verständlichen Gründen sind philosophische Themen auf dem MP nicht so gern gesehen. Anders als bei mathematischen bzw. physikalischen Aufgabenstellungen kommt man prinzipiell nicht zu einem klaren Ergebnis, sondern verbleibt stets im mitunter äußerst undurchdringlichen Dickicht der Meinungen. Dennoch mache ich hier mal eine Ausnahme, schließlich bedarf jede Wissenschaft der Philosophie. Trotz ihres spekulativen Charakters liefert die Philosophie letztlich plausible Annahmen über unsere Welt, die wissenschaftliches Denken und Arbeiten erst ermöglichen. Auch der vorliegende Text handelt von solchen plausiblen Annahmen, nämlich über die Zeit und was daraus folgt.

1. Voraussetzung: Sprache wird in diesem Text zunächst in ihrem alltagssprachlichem Vorverständnis verwendet. In der Einleitung werden die Voraussetzungen meines Denkens in diesem Text und erste Begriffe auf zunächst einfachste Weise benannt. Die verwendeten Begriffe verweisen auf den gemeinsamen kulturellen Hintergrund (von Autor und Leser) und umreißen damit in ihrer gröbsten Form deren auf diesem Hintergrund fixierte Bedeutungscorona. Insofern stellt sie, die Einleitung eine erste Theorie des sie Bedeutenden dar. Alltagssprache ist Vortheorie des Besprochenen. Das Besprochene wird alltagssprachlich und begrifflich auf einfachste Weise begriffen. Ein differenzierteres, also genaueres Begreifen, Verstehen erfolgt im reflexiven Aufbau von Theorien. Die Sprache jeder Theorie rekuriert dabei natürlich immer noch auf die Alltagssprache, allerdings vermag sie in ihrem eigenen Kontext, Begriffe auf bestimmte Aspekte ihrer alltäglichen Bedeutung hin zu entwickeln. Die dadurch je verschiedenen Verwendungsweisen gleicher Begriffe in unterschiedlichen Theorien (= Sprachräumen) sind ein Moment in der Sprachentwicklung bzw. in der Differenzierung von Begriffen. Umgekehrt ist die Etymologie dieser Begriffe die der Alltagssprache folgende zweite Theorie in der Erschließung von Bedeutungen. Natürlich nur in Bezug auf ihren Stellenwert in diesem Text neben dieser Einleitung; aus diesem Grund wird hier keine selbstständige etymologische Forschung betrieben, sondern bei Bedarf auf allgemein zugängliche Ergebnisse andernorts verwiesen. Die ursprüngliche Bedeutung eines Begriffs ist nun aber keineswegs seine "eigentliche"; sie gibt keineswegs den gesuchten Kern preis, sondern weist lediglich auf Verwandtschaften zwischen rezenten, bedeutungsüberschneidenden, aber auch -disjunkten Begriffen durch Zurückgehen auf deren gemeinsame Wurzel hin. Die Etymologie ist so nur die Theorie von den durch Verwandtschaft möglichen Verknüpfungen bzw. Relationen zwischen den Begriffen. Insofern erhellt sie aber gerade die untergegangenen Bedeutungen der alltäglich verwendeten Begriffe und damit eine Bedeutungstendenz. Das ist klar. Die Frage lautet aber, warum überhaupt etwas sagen und wenn, was ist dann sagbar? Es geht um den Umfang des Verstehbaren auf der einen und die Tiefe des Verstehens auf der anderen Seite; und natürlich: In welchem Verhältnis stehen "Erklärungen" zum "Erklärten"? Die grammatikalischen Verknüpfungen von Worten, Begriffen zu Sätzen und Texten bilden einen strukturierten Prozeß der (symbolischen) Betrachtung. Eine Aussage ist ein symbolischer Prozeß. Er zeigt auf einen anderen Prozeß. Dieser andere Prozeß kann natürlich wiederum eine Aussage sein, ja sogar dieselbe Aussage sein. Sagen ist Zeigen. Eine Aussage bewährt sich, wenn der zu zeigende Prozeß gezeigt werden kann. Der Gültigkeitsbereich einer bewährten Aussage ist aufgrund ihres prozessualen Charakters stets begrenzt (immer gültige Aussagen sind ihrem Charakter nach Tautologien). Definitionen sind Begriffsklärungen, u.z. in Form von Bedeutungsorganisation. Definierte Begriffe haben eine klar strukturierte Bedeutung (siehe Energie). Begriffe sind alltagssprachlich in ihrem Horizont unbestimmt, insofern bleiben "Erklärungen" auf vortheoretischem Niveau vage. Der Aufklärung eines Sachverhalts eignen nur in ihrer Bedeutung deutlich umrissene Begriffe und gerade dies bedeutet Definition: de-finitis - begrenzen der je schon gegebenen Bedeutungsmannigfaltigkeit, des Wortfeldes (man diskutiert ja immer auf aktuellem Sprachniveau). Und keineswegs Zuordnung A:= B, in der A ein leerer Begriff und B eine Terminuskonstruktion ist. Dieser Zuordnungsvorgang, die Namensgebung, mag ja (auch) Sprachpraxis sein, definitorischen Charakter erhält er aber nur, sobald die Beziehungen der Elemente der Konstruktion B sich in ihren unbestimmten Bedeutungen gegenseitig klar umreißen und einen klar umrissenen Kern des Ganzen belassen, der A ist. Sonst bliebe auch A unbestimmt und müßte zu seiner Klärung definiert werden. Definitionen sind gerichtet auf. Dies folgt schon aufgrund des prozessualen Charakters von Aussagen. Das Begrenzen eines Begriffs, seine bestimmte Verwendung hat oder verfolgt einen Sinn. Es erfolgt unter einem bestimmten Gesichtspunkt, mit bestimmten Hinblick auf. Etwas "sagen" ist ja etymologisch dem Etwas "sehen" lassen, (vor)zeigen verwandt. Diese Bedeutung ist dem Sagen noch immanent, d.h., sinnvoll ist im Sagen, in jeder grammatikalischen Konstruktion das Sichtbargemachte oder sich Zeigende; das Augenmerk in diese Richtung lenken, weisen, können diese Konstruktionen (etwa ein Ausruf, ein Satz, ein Text) nur, weil sie selbst Verweisungszusammenhänge ihrer Elemente sind. Die Bedeutungsgrenzen der Begriffe müssen so gezogen sein, daß sie verweisen können. Definierte Begriffe zeigen Etwas vor, an, u.z. das, wovon im Text, in der Theorie die Rede ist. Das Wovon dieses Textes ist die Zeit (also der Aufbau der Welt). Definitionen erfolgen in diesem Text daher mit Rücksicht auf die Klärung von Zeit. Der Text will also zeigen, was es mit der Zeit auf sich hat. Es geht ihm aber auch zunächst nicht um eine Begriffsklärung (Definition) von "Zeit", geschweige denn um eine Erläuterung des "Phänomens", der dann vielleicht noch das Prädikat "wahr" zuzuordnen wäre. Sprechen (und auch Denken) bildet ja nicht ab, sondern ist ein Einrichten, eine Hinwendung auf Etwas in einer potentiell zugänglichen Welt (sollten Möglichkeiten des Verhaltens z.B. in einem umfassenden Zweifel fehlen, bin ich auch sprachlos). Potentiell zugänglich heißt, es gibt Wege von meinem mir bekannten Umfeld ins Unbekannte. Das Zeigen dieser Wege, ihre Kennzeichnung, ihre Sichtbarmachung kann sprachlich erfolgen; entsprechenden Aussagen könnten dann, allerdings erst auf einem anderen (später zu zeigendem) Niveau ein Wahrheitswert zugeordnet werden, z.B. ein "wahr", wenn die Wege erschlossen wurden, sich also irgendein Zugang unter (wiederum definierten) Kriterien bewährt hat. Sprechen ist ein Hinwenden zu, ein Einstimmen auf etwas Gegenwärtiges, eine Aktualisierungs- (Vergegenwärtigungs-) Form. Wenn dieser Text von der Zeit handelt, so will er einstimmen oder aufmerksam machen auf das, was es mit der Zeit auf sich hat. "Zeit" soll nicht nur nicht, sie kann auch nicht definiert werden, weil sie - dann nach dem voraus Gegangenem von sich selbst aus beschränkt werden müßte, was aber sinnvoll nur eine Tautologie liefern kann (der Fall liegt anders z.B. in den Fachwissenschaften, also bspw. in der Physik, der Biologie, der Geschichte oder auch der Soziologie, in denen "Zeit" im Hinblick auf den Forschungsgegenstand auf einige ihrer Aspekte reduziert und so in der Verwendung zum bloßen Parameter oder zur Orientierungshilfe wird), - aber auch nicht sinnvoll von einem anderen, "allgemeineren" Begriff aus definiert werden könnte. Dieser wäre ohnehin nur der "allgemeinste" Begriff, der Begriff "Sein" (und tatsächlich hat diese Untersuchung hier auch zu klären, was es mit dem Sein, genauer mit dem Werden auf sich hat). Einzige Möglichkeit, etwas zu sagen und die ungeheure Tiefe spürbar zu machen, die ihr Umfang schon andeutet, ist die Herstellung eines feldhaften Beziehungsgefüges. 2. Voraussetzung: Die Basis der Welt ist ein Feld von Möglichkeiten, ihr Grund der Drang nach deren Konkretisierung. Das Mögliche ist zunächst, so klingt es von seinem Begriffsursprung nach, das Machbare, das Realisierbare, erweitert wurde seine Bedeutung durch das Denkbare. Vom allgemein Denkbaren, das ja bis ins Phantastische reicht (hier bezeichnet als das Denkmögliche), unterscheidet es sich also gerade durch seine Beschränkung auf das prinzipiell Realisierbare. Möglichkeiten sind ihrem Charakter nach aufeinander bezogen. Ein anderer Begriff für die Ordnung ihres Aufeinander-Bezogenseins ist ihr feldhaftes Gefüge. Einzelne Aspekte des Aufeinander-Bezogenseins sind: - einander ähnliche Möglichkeiten (Identitäten, Nachbarn, Varianten), - einander ausschließende Möglichkeiten (Alternativen), - (Kausal)Kette von Möglichkeiten - bedingte Möglichkeiten, - Zusammensetzung von (disjunkten) Möglichkeiten. Die Konkretisierung ist ein kausaler Prozeß. Eine konkretisierte Möglichkeit ist eine Tatsache. Möglichkeiten sind bestimmt wahrscheinlich, die Konkretisierung ist eine Reduktion der Wahrscheinlichkeit zur Gewißheit hin. Alle Möglichkeiten werden zu Tatsachen konkretisiert. Aufgrund ihres Zusammenhangs erscheinen aber in der jeweils aktualen Verwirklichung (als Summe oder Überlagerung dieser Konkretisierungen) nur Aspekte der "reinen" Möglichkeiten. In der unterschiedlichen "Stärke" der Erscheinungen bzw. der erschienenen Tatsachen äußern sich ja gerade die unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten. Alle Tatsachen werden zu (neuen) Möglichkeiten dissoziiert. Dieser partielle Charakter der Verwirklichung hat zwei weitreichende Konsequenzen: - es findet faktisch "nur" eine Änderung der Möglichkeiten statt, die ihrerseits nach Konkretisierung drängen, die Verwirklichung ist in diesem Sinne also stets unvollständig oder anders ausgedrückt – die (ohnehin prozesshaften) Tatsachen sind in Bewegung, - zugleich aber ist die Verwirklichung in dem Sinne vollständig, als ihre (unvollständigen) Erscheinungen nur dadurch hervor treten können, weil alle zugrundeliegenden Möglichkeiten (vollständig) realisiert wurden. Die Kausalitätsstruktur der Möglichkeiten und Tatsachen, die innere Ordnung des Feldes, ist die Raumzeit: Kausal unabhängige Möglichkeiten (nämlich alle aktual getrennten Möglichkeiten) spannen einen (mehrdimensionalen) Raum auf, die sich bedingenden Möglichkeiten andererseits die (mehrdimensionale) Zeit. Der Drang nach Konkretisierung, die Reduktion der Wahrscheinlichkeit führt innerhalb dieser Raumzeit der Möglichkeiten zu einer Projektion auf einen (niedrigerdimensionalen) Ausschnitt; die Tatsachen stellen daher einen Unterraum mit (entsprechend unserer Erfahrung) mindestens drei Raumdimensionen dar, die Zeit wird zunächst auf einen, den neuen Punkt (auf einer "Zeitlinie") reduziert. Die Konkretisierungsprojektion von einem Zeitpunkt (Möglichkeitspunkt) zum benachbarten nächsten Zeitpunkt ist die diskrete, minimale (also nicht unterschreitbare) Zeiteinheit (im Sinne von Dauer). Die minimale, diskrete Raumeinheit ist dagegen gegeben durch Forderung nach (prinzipieller) Unterscheidbarkeit zweier voneinander getrennter Möglichkeiten. Die Raumzeit ist durch diese minimalen, diskreten Raum- und Zeiteinheiten auf unterster Ebene gitterartig strukturiert. Raumzeitstrukturen sind Prozesse. Das ist nun nach dem bisher Gesagten nur noch eine Tautologie. Die Welt ist aus Prozessen aufgebaut und so ihrem Charakter nach selbst prozesshaft. Alle Möglichkeiten konkretisieren sich sofort (innerhalb einer Projektion), u.z. stets von selbst zu Tatsachen. Alle Tatsachen (innerhalb einer Projektion) erzeugen sofort oder dissoziieren sofort in ein sich ausbreitendes Feld von Möglichkeiten. Die Gesamtheit der Tatsachen ist lediglich Bestandteil der Welt – hinzu kommen eben ihre Möglichkeiten. Die Wirklichkeit oder Realität besteht auf unterstem Niveau aus zwei Ebenen, zum einen dem Feld der Möglichkeiten, zum anderen der sich daraus ergebende Verwirklichung. Die Folge - (Möglichkeits)Feld – (Tatsachen)Konkretisierung – (Möglichkeits)Feld* - (Tatsachen)Konkretisierung* - ist die Geschichte von Möglichkeiten und Tatsachen auf dem untersten Niveau (sozusagen die Maschinenebene). Die Welt ist praktisch der Versuch, über dem Möglichkeitsfeld eine Ebene der Konkretisierungen so zu errichten, daß der Wechsel in schneller Folge (oszillierend) vor sich gehen kann. Die beiden Zustände Möglichkeit – Tatsache erscheinen in der Quantenmechanik als Welle-Teilchen-Dualismus. Insgesamt stellt sich das Sein als ein permanentes Schwingen zwischen Möglichkeit und Konkretisierung dar, die Prozesse sind ihrem Wesen nach wellenförmig. Es gibt ja die berühmte Frage, warum überhaupt etwas sei und nicht vielmehr nichts. Der Punkt ist, dass das Sein jenseits dieser Dualität, also zugleich "nichts" (nur möglich) und "etwas" (konkretisiert) ist, zwischen denen es schwingt. Es gibt mehrere Verwirklichungsebenen. Nur in diesen so organisierten Konkretisierungen gibt es Tatsachen, die man als materiell (Materie, Substanz, Dinge, Gegenstände) bezeichnen kann. Sie wurzeln nicht "nur" in den Möglichkeiten, die ihnen zukommenden Möglichkeiten machen ihr Wesen aus und bestimmen ihr Mitsein in der Welt, d.h. ihre Verbindung (Wechselwirkung) zu anderen Tatsachen der Welt als Grund ihrer Existenz. Andererseits bedarf eine Möglichkeit aber auch zu ihrer Konkretisierung anderer Möglichkeiten (in der Folge sind daher die Tatsachen ebenfalls miteinander verknüpft). Genauer gesagt ist die Konkretisierung eines Feldes von Möglichkeiten das Resultat der Wechselwirkung, der Auseinandersetzung der Möglichkeiten und Tatsachen. Möglichkeiten sind elementar. Anders als eine Menge (im mathematischen Sinn), die zunächst eine lose Ansammlung von Elementen mit einer bestimmten Eigenschaft, einem bestimmten Prädikat ist, ist ein Feld von vorn herein ein Beziehungsgefüge seiner Elemente. Gerade das macht die Bedeutung des Begriffs Element jenseits der Mathematik aus, einen Teil einer Beziehung zu kennzeichnen. Kommen in der Mathematik Beziehungen zwischen Elementen in Betracht, werden – verkehrte Welt - aus Elementen Punkte. Der Begriff Feld stellt einen umfassenderen Begriff als den des Systems dar – ein System ist ein Feld, in dem die Beziehungen seiner Elemente so gestaltet sind, daß es innere und äußere Elemente gibt. Systeme entwickeln sich daher aus Feldern (und bleiben Felder, nämlich jeweils das Feld System-Umwelt). Das Beziehungsgefüge eines Feldes ist seine Organisation. Die Organisation der Möglichkeiten erfolgt über ihre Konkretisierungen. Ein anderer Begriff für Organisation ist Energie (des Feldes). Oder auch andersherum – Energie ist Organisation (beide Begriffe sind etymologisch verwandt). Der Drang nach Konkretisierung ist organisiert. Daher sind natürlich die die Möglichkeiten organisierenden Tatsachen für die Konkretisierung erforderlich, und es entstehen daraus geänderte Tatsachen mit neuen, geänderten Möglichkeiten. Mit anderen Worten, es entsteht Änderung von Möglichkeiten auf der Möglichkeitenebene und Bewegung "kontinuierlicher" Tatsachen auf der Tatsachenebene. Nun ist aber insbesondere der Drang nach Konkretisierung auch organisierbar, nämlich eben durch die das Feld konstituierenden Tatsachen und Möglichkeiten. D.h., es besteht die besondere Möglichkeit, eine Tatsache "rein" erscheinen zu lassen, also "Störungen", Beschränkungen aus zu räumen (die ja letztlich nichts anderes sind als Konkretisierungen anderer Möglichkeiten, wie Alternativen, Ähnlichkeiten usw. und von der Möglichkeit der "reinen" Tatsache abgetrennt wird; diese Trennungen von Möglichkeiten erzeugen ja gerade den Raum). Das ist z.B. die Arbeit experimenteller Physiker oder Chemiker – der Versuchsaufbau ist dann das Feld, in dem sich die fragliche Möglichkeit "rein" konkretisieren kann. Die durch ein Feld organisierte "reine" Tatsache und ihre Möglichkeiten stellen den Kernprozeß des Feldes dar, der wiederum der Integrationsprozeß der dieses Feld konstituierenden Tatsachen und Möglichkeiten ist. Die "reine" Tatsache ist die Idee oder das Prinzip des Feldes. Läuft der Integrationsaspekt des Feldprozesses nun auf Systembildung hinaus und der Kernaspekt auf Vervielfältigung des Originalprozesses, so haben wir es mit dem Elementarprozeß des Lebens zu tun oder mit dem Prinzip des Lebens. Vervielfältigte Tatsachen und Möglichkeiten, die einander ähnlich sind, können zur Konstituierung eines weiteren, darauf sozusagen aufbauenden Feldes benutzt werden. Zur Vereinfachung der Vorstellung sei der Aufbau, die Organisation eines Feldes aus seinen Elementen als seine horizontale Struktur bezeichnet, das Schichtungsgefüge eines Feldes unter dem Aspekt des Aufbaus aus anderen Feldern, die ihrerseits aus Feldern bestehen können als seine vertikale Struktur (Verwirklichungsebenen). Die je verschiedenen Möglichkeiten im horizontalen wie vertikalen Aufbau der Welt stehen in wechselseitigem engen Zusammenhang zur Mehrdimensionalität sowohl des Raumes als der Zeit. Innerhalb des Prinzips Leben ist freier Wille (planendes Handeln, Zielsetzung) möglich. Diese Möglichkeit drängt ebenso nach Konkretisierung und äußert sich in einem entsprechenden Entwicklungsprozeß (der seinerseits von anderen sich konkretisierenden Möglichkeiten überlagert werden kann). Das Ausräumen oder Erzeugen bzw. "Manipulieren" von äußeren Elementen in diesem Fall erfolgt definitionsgemäß durch Systeme. Ein System in seiner Eigenschaft als Gestalter seines Feldes (zum Zwecke der Konkretisierung innerer Möglichkeiten) heißt ein Subjekt, organisierte Tatsachen mit ihren Möglichkeiten unter dem Gesichtspunkt der Manipulierbarkeit heißen Objekte. "Nach" der Manipulation von Möglichkeiten werden diese nicht von außen, also vom "manipulierendem" Subjekt konkretisiert, sie konkretisieren sich stets von selbst (und sind unter diesem Aspekt für sich subjektiv); stimmt sich ein Subjekt auf die Manipulierbarkeit von organisierten Feldern ein, objektiviert es diese. Die Objektivierbarkeit ist wesentliches Mittel im Drang nach Konkretisierung. Sie führt zwar zunächst zur Verfügbarkeit (nämlich unter dem Objektaspekt), aber in der Hauptsache eben zur Möglichkeit einer "reinen", d.h. nicht verdeckten Konkretisierung. Daher muß die (eigene) Objektivier- und Verfügbarkeit aus der Subjektperspektive auch als einfachste Form eines Gestaltungswillen, also als Vorstufe des "freien" Willens aufgefasst werden. Die Verfügbarkeit selbst zeigt sich in der Dauer der Existenz von Möglichkeiten und Tatsachen (und wird z.B. in der untersten Verwirklichungsebene durch eine nicht verschwindende Ruhemasse realisiert). Wir leben also punktuell (gegenwärtig oder jeweils konkretisiert) in einer zumindest dreidimensionalen Zeit (so die Möglichkeitsstruktur), die uns aufgrund der Objektivierbarkeit dauerhaft, d.h. eindimensional (als Folge von Konkretisierungsprojektionen) erscheint. Ein anderer Begriff für die mit den Möglichkeiten verknüpften Wahrscheinlichkeiten ist der der Information. Die Änderung der Möglichkeiten durch Konkretisierung ist daher auch eine Änderung dieser Informationen, letztlich Informationsverarbeitung im weitesten Sinne (einschließlich Informationserzeugung und –vernichtung). Was wir wahrnehmen, sind Möglichkeiten (gerade auch in Bezug zu den verschiedenen Verwirklichungsebenen) mit ihren Wahrscheinlichkeiten. Wir erfassen in der Objektivierung Informationen von Tatsachen. Die minimale, diskrete Informationseinheit ist durch eine Ja/Nein - Entscheidung (1 Bit) bestimmt. Das Erfassen von Informationen durch Subjekte erfolgt durch Manipulation innerer und/oder äußerer Elemente in einem eigens dafür abgegrenzten Bereich. Dieser trägt ebenfalls Feldcharakter, seine Elemente sind Symbole. Der abgegrenzte Bereich ist das Symbolfeld oder der Symbolbereich. Die Objektivierbarkeit bietet nicht nur die Möglichkeit zur "reinen", sondern natürlich auch zur "unvollständigen", insbesondere zur völlig überdeckten Konkretisierung von Möglichkeiten und dies wird in deren Symbolisierung genutzt. D.h. in der Konkretisierung der zu symbolisierenden Möglichkeit wird ausgewichen auf die Herstellung (oder Manipulation) ihres Symbols. Im Symbol scheint die symbolisierte Möglichkeit (oder Tatsache) durch. Diese "unvollständige", symbolische Konkretisierung ist zunächst ihrerseits nicht verfügbar (insofern auch nicht objektivierbar), sondern flüchtig und daher ohne Dauer. Darin besteht dann auch gerade ihr Sinn, nämlich im zeitlichen Vorgriff auf die möglichen materiellen, also dauernden Wirkungen. Solche nicht verfügbaren Symbolisierungen sind natürlich z.B. Gedanken oder gesprochene Wörter, aber auch die sog. Intentionshandlungen von Tieren. Auch verfügbare Symbolisierungen verkürzen die Dauer, u.z. in zweifacher Hinsicht: einmal in der Vorschau, und wenn sie als Hilfsmittel oder Werkzeug in der unverdeckten Konkretisierung der symbolisierten Möglichkeit eingesetzt werden. Subjekte synchronisieren Symbolverarbeitung und Weltmanipulation. Das Verarbeiten von Informationen ist die Herstellung von Symbolen in einer Weise, die es dem Subjekt ermöglicht, sich in den so bestimmten (symbolisierten) Möglichkeitsbereich zu begeben (das Subjekt richtet sich aus) und dort (vielleicht sogar erneut) Informationen zu gewinnen. Insofern "speichern" Symbole Informationen. Nichtsdestotrotz sind Symbole Prozesse (Tatsachen), also konkretisierte Möglichkeiten, deren Möglichkeiten wiederum vom Subjekt durch bestimmte Regeln (Grammatik) festgelegt werden. Die Kausalitätsstruktur im Symbolbereich ist die (innere) Logik (äußere Logik ist Betrachtung von Kausalitätsstrukturen in Symbolbereichen, wie dies gerade geschieht), sie weist wieder auf, wie Symbole und deren Möglichkeiten getrennt und verknüpft werden können. Insofern hat ein Symbolbereich seine eigene Raumzeit (sonst wäre z.B. ein zeitlicher Vorgriff mittels Symbolisierung auch nicht möglich). Das Zeigen eines logischen Zusammenhangs (zwischen Symbolen bzw. bestimmten Symbolkonstellationen) als Konkretisierung einer bestimmten Möglichkeit im Symbolbereich ist das Beweisen. Die erzeugte Tatsache selbst ist ein Satz. Bewiesenen Symbolkonstellationen, also Sätzen kann innerhalb ihres Symbolbereichs zugesprochen werden, dass sich diese bestimmte Art und Weise der Konkretisierung des betrachteten Satzes bewährt hat. Die Manipulation der Symbole ist also ein Einrichten des Subjekts auf die symbolisierten Möglichkeiten. Nicht alle Möglichkeiten des Subjekts sind von den Symbolen eines Symbolbereichs symbolisierbar; dies führt (gerade auch im Austausch von Subjekten, von dem bisher nur am Rande die Rede war) zur Ausbildung weiterer Symbolbereiche, die wie alle Möglichkeiten sich überschneiden, aber auch disjunkt sein können (vergleiche Entwicklung eines Theoriennetzes - dieser Erweiterungsprozeß wäre erst "abgeschlossen", wenn der Symbolbereich alle Elemente der austauschenden Subjekte und ihren Umwelten, also die Welt umfasste). Gedanken sind z.B. direkte Manipulationen von Möglichkeiten (nämlich zunächst Möglichkeiten der Artikulation, der neuronalen Bewegung usw.), Sprechen dagegen Manipulation von Tatsachen (Sprache ist also der zugehörige Symbolbereich). Bei der Betrachtung eines nachfolgenden "Feldes‘ von Tatsachen" ist die Herkunft aus "Feld von Tatsachen" aufgrund des kausalen Charakters von Prozessen logisch. Bei Betrachtung aber des gegebenem "Feldes von Tatsachen" sind in der Folge wegen ihrer Organisierbarkeit nur die sich daraus ergebenen Möglichkeiten, nicht mehr jedoch die Tatsachen logisch. Die Konkretisierung aller logischen Möglichkeiten eines Symbolbereichs liefert das Symbolisierbare (innerhalb dieses Symbolbereichs). Allerdings ist aufgrund der in den Symbolen und ihren Beziehungen liegenden inneren Möglichkeiten die Manipulation der Symbole nicht nur auf die symbolisierten Möglichkeiten beschränkt. Vielmehr wird natürlich jede Manipulationsmöglichkeit konkretisiert, auch wenn die so entstandene Symbolkonstellation keine Möglichkeiten des Subjektes mehr, also nicht Kausales symbolisiert (das Symbolisierbare umfasst oder ist mehr als die Menge aller symbolisierbaren Möglichkeiten von Subjekten). Diese Eigenschaft von Subjekten ist ihre Kreativität. Kreativität verweist auf ein Mehr, auf Unmögliches, Unrealisierbares, d.h. Phantastisches im Feld des Subjekts, das aber so wenigstens als seine Symbolkonstellation zur Existenz gebracht wird. Das Symbolisierbare enthält Verweise auf symbolisierbare Möglichkeiten (mittels diesen Aspekts gelingt dem symbolisierenden Subjekt ja die Einrichtung in der Welt) und Unmöglichkeiten. Die Unterscheidung des symbolisierten Möglichen vom symbolisierten Unmöglichen ist nicht sicher innerhalb des Symbolbereichs möglich, es bedarf dazu mitunter neuer Informationen aus dem Subjekt-Umwelt-Feld. Eine Symbolkonstellation mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit als ein Bit symbolisiert z.B. keine Möglichkeit und wird daher auch nicht in der Welt realisiert. Aufgrund von Änderungen in der Welt ist aber vielleicht eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit dieser Symbolkonstellation über das Minimum möglich, so dass sie dann (sofort) realisiert wird. Und nicht selten verweist die Symbolkonstellation selbst den Weg auf "nötige" Veränderungen in der Welt. 3. Voraussetzung: Die Welt verweist auf Kreativität. Alle Möglichkeiten und Tatsachen der Welt können als Symbole, ihre Änderungen als die umfassendste Manipulation dieser Symbole betrachtet werden. Da aber alle Möglichkeiten realisiert werden, ist die Welt selbst ein kreativer Prozeß. Die Welt realisiert das prinzipiell in diesem System Symbolisierbare. Die Welt ist unter diesem Blickwinkel selbst ein Symbolbereich und verweist nicht etwa nur auf sich selbst, sondern wegen des Mehr von Kreativität auf (zumindest) ein höheres Subjekt (und dessen Umwelt?). Sie realisiert sowohl dessen symbolisierbare Möglichkeiten, wie auch dessen so symbolisierbare Unmöglichkeiten. All das, was diesem (mindestens) einen höheren Subjekt (in der Folge gehe ich von mehreren miteinander kommunizierenden höheren Subjekten aus), seiner möglichen Umwelt mitsamt seinen möglicherweise verschiedenen anderen Symbolbereichen zu zu ordnen ist und nicht unserer Welt, nenne ich das Außerweltliche. Die Welt und das Außerweltliche zusammen sind das umfassende Sein (im Unterschied zum Sein in dieser Welt). Die "Substanz" des umfassenden Seins ist den Möglichkeiten ähnlich, denn schließlich gelang es ja den höheren Subjekten das Prinzip der Realisierbarkeit darin einzuführen. Sie muß Möglichkeiten als Möglichkeit enthalten. Das Außerweltliche allein dagegen kann keine Möglichkeit in unserem Sinne enthalten (und muß insofern von diesen verschieden sein), da alle diese Möglichkeiten in der Welt sind. Das Raum-Zeit-Konzept hat nur Sinn in Bezug zum Prinzip der Realisierbarkeit. Es stellt praktisch die Grammatik innerhalb des Symbolbereichs Welt dar. Das Rätsel unseres Lebens besteht darin, zu ergründen, was wir symbolisieren. Außerweltliche Erfahrungen sind mystische, d.h. nicht sagbare Erfahrungen (myein – gr.: geschlossener Mund). Um das umfassende Sein zu erfassen, benötigen wir unsere eigene Kreativität, denn das Außerweltliche ist am ehesten noch über das symbolisierte Unmögliche erahnbar (wenn wir in den uns eigenen Symbolbereichen lediglich die symbolisierbaren Möglichkeiten der Welt betrachteten, verblieben wir natürlich auch in der Welt). Eine bestimmte Unmöglichkeitskonstellation, die als Mittel zu mystischen Erfahrungen (die aufgrund der inneren Logik von Symbolbereichen durchaus mit symbolisierten Möglichkeiten der Welt verknüpft sein können) angenommen wird, nenne ich Glauben. Religiös ist der Glaube zu nennen, wenn die höheren Subjekte als (vollkommene) Götter aufgefaßt werden. Mystische Erfahrungen, z.B. in Meditation, deaktivieren diejenigen (Reptilien)Hirnareale, mit denen wir Raum und Zeit selbst wahrnehmen können. Gerade diese Deaktivierung herbei führen zu können, ist das Ergebnis der langen Übungen jeder Versenkungspraxis (auch wenn dies so natürlich nicht bezeichnet, mitunter nicht einmal gewußt wird). Das Handeln in diesem Zustand (die Umwelt kann dann natürlich auch nicht objektiviert werden) führt zu erstaunlichen Kulturleistungen (z.B. Zen). Der höhere Sinn des Lebens kann nicht gewußt, sondern nur geglaubt werden (damit ist aber das Ziel der Gnostiker, nämlich diesen Sinn zu erkennen, nicht ad absurdum geführt, da ja deren Glaubenssystem durch einen Erkenntnisprozeß erzeugt und logisch aufgebaut und weiter entwickelt werden kann). Im Glauben stimmen wir uns ein auf unsere Rolle als Symbole für höhere Subjekte (selbst wenn wir glauben, für niemanden Symbol zu sein, selbst wenn wir an keinen höheren Sinn glauben). Im Wissen, als Grundbestand von Theorien, verfügen Subjekte über bewährte symbolisierte Möglichkeiten der Welt. Neue Symbolkonstellationen in Theorien (oder erweitert: in Theoriennetzen) sind Hypothesen, diese können ebenfalls Möglichkeiten der Welt symbolisieren, was sich aber erst zeigen muß. Da wir nun den Umfang der Welt nicht kennen und auch nicht kennen werden können, sind wir prinzipiell nicht in der Lage, für sämtliche Hypothesen die Unterscheidung zwischen symbolisierter Möglichkeit und Unmöglichkeit zu treffen. Daher gehören zum Bestand jeder Theorie (unabhängig von ihrer "Genauigkeit") symbolisierte Unmöglichkeiten. Die Spekulationen der Philosophie zum Zwecke der Wesensschau sind zunächst logische Extrapolationen des aktuellen Wissens. Obwohl sie also logisch abgeleitet sind, enthalten sie stets symbolisierte Unmöglichkeiten. Daher können sie nicht gewußt, sondern letztlich wiederum nur geglaubt werden.

Schluss

Soweit meine Gedanken. Ich hoffe, sie regen wie immer zum Nachdenken, gern auch zum Widerspruch, auf jedenfall zur Diskussion an. viel Freude trunx (Jens Koch)
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Ein paar Ideen zu einer Philosophie der Zeit [von trunx]  
Jede Wissenschaft bedarf der Philosophie. Trotz ihres spekulativen Charakters liefert die Philosophie nämlich letztlich plausible Annahmen über unsere Welt, die wissenschaftliches Denken und Arbeiten erst ermöglichen. Der vorliegende Text handelt von solchen plausiblen Annahmen, nämlich über die Zeit und was daraus folgt.
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"Mathematik: Ein paar Ideen zu einer Philosophie der Zeit" | 4 Comments
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Re: Ein paar Ideen zu einer Philosophie der Zeit
von: Diophant am: Do. 31. Oktober 2019 22:53:36
\(\begingroup\)Hallo trunx, ich habe deinen Text jetzt einmal gelesen. Das reicht nicht aus, einen Kommentar zu verfassen, welcher deinen obigen Ausführungen gerecht wird. Nur so viel: es ist etwas vom spannendsten, was ich hier je gelesen habe. Und es ist dir definitiv gelungen, einen Artikel über 'den Sinn des ganzen' vorzulegen, der nirgends polarisiert, sondern im Gegenteil unterschiedliche Lebenswelten und -realitäten integriert. Vielen Dank für diesen großartigen Artikel (in dem sicherlich auch viel Arbeit steckt)! Gruß, Diophant\(\endgroup\)
 

Re: Ein paar Ideen zu einer Philosophie der Zeit
von: trunx am: Fr. 01. November 2019 09:24:17
\(\begingroup\)hallo diophant, ein weiteres mal vielen dank für die wohlwollende aufnahme! im artikel wollte ich zunächst allgemein bleiben (auch was die folgen der überlegungen betrifft), es war also und ist auch immer noch nicht unbedingt zu erwarten, dass er auf viel interesse, geschweige denn gegenliebe trifft. umso mehr freut mich deine positive reaktion. ich plane einen weiteren artikel, in dem ich mehr auf die physikalischen folgen zu sprechen komme. viele grüße trunx\(\endgroup\)
 

Re: Ein paar Ideen zu einer Philosophie der Zeit
von: gonz am: Di. 05. November 2019 11:26:40
\(\begingroup\)Hallo trunx, zunächst einmal habe ich deinen Artikel mit Interesse gelesen und bedanke mich dafür. Ich fühlte mich bei der Lektüre an v. Weizsäckers "Aufbau der Physik" erinnert (wobei es sehr lange her ist dass ich mich damit beschäftigt habe). Würdest du sagen, dass die dort ausgeführten Gedanken zu deinem Aufbau "kompatibel" sind? Oder hast du hier demgegenüber neue Wege beschritten? (einige deiner Formulierungen erscheinen mir auch etwas "heideggeresk", aber das ich ebenfalls sehr lange her... ) Jedenfalls beschreiben ja beide den "Hermeneutischen Zirkel", in den man sich begeben muß, wenn man insbesondere etwas von Sein und Zeit verstehen will... Ich bin jedenfalls gespannt, ob es weitergeht, denn das hier vorgestellte scheint mir eine Art von umfassender "Vorrede" zu sein? Grüße Gerhard/Gonz\(\endgroup\)
 

Re: Ein paar Ideen zu einer Philosophie der Zeit
von: trunx am: Di. 05. November 2019 21:15:08
\(\begingroup\)hallo gonz, danke für deine anmerkung. auch bei mir ist es etwas her, dass ich mich mit diesen dingen eingehender beschäftigt habe. während meines physikstudiums habe ich zugleich eine dreijährige philosophiegeschichtsvorlesung belegt und jeden kurs mitgenommen, der mit metaphysik, kosmologie, oder philosophie der physik zu tun hatte. insbesondere waren auch weizsäcker, heidegger, aber auch wittgenstein und viele weitere dabei, die letztlich alle sowohl was die form aber auch was den inhalt betrifft einfluss genommen haben auf mein denken. und ja, wie bereits angekündigt, plane bzw. schreibe ich schon an einem zweiten teil, der etwas mehr auf die grundlagen der physik eingeht. mal sehen ob mir das schlüssig gelingt (was ja immer so eine sache ist). grüsse zurück trunx\(\endgroup\)
 

 
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