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Etwas unter meinem Fuß machte ein lautes Geräusch. Der Beweis, der sich gerade noch friedlich auf meinem Block gefläzt hatte, brauchte keine Sekunde um die Situation zu deuten, und bevor ich mich noch mit letzter Kraft auf ihn stürzen konnte, war er schon über alle Berge. Ich fluchte das Blaue vom Himmel und hob das Etwas auf, das ich zerbrochen hatte. Es zeigte eine winzige Inschrift, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen war: „Punkt vor Strich!“ Na toll! Dieser ach so kleine und doch schwerwiegende Rechenfehler hatte mir schon wieder die Jagd versaut. Enttäuscht ging ich nach Hause. Seit Jahren schon hatte ich versucht, den Beweis zu finden. Als kleines Kind schrieb ich regelmäßig dem Weihnachtsmann, er solle doch einfach das neue Fahrrad und die ganzen doofen PC-Spiele vergessen und mir den Beweis schenken. Aber ich glaube, der Weihnachtsmann kann nicht so gut Mathematik, und das ist auch gut so, denn sonst würde er womöglich ausrechnen, dass es völlig unmöglich ist, alle Kinder auf der ganzen Welt an einem einzigen Abend mit Geschenken zu versorgen. Vielleicht würde er auch noch rauskriegen, dass er rein physikalisch nicht mal durch den Schornstein passt, und dass er so viel Milch und Kekse, wie sie ihm in manchen Ländern hingestellt werden, gar nicht alle alleine essen kann. Nein, der Weihnachtsmann sollte der Mathematik schlicht und einfach fernbleiben um Weihnachten nicht zu gefährden. Als ich das begriffen hatte, versuchte ich, mir den Beweis von meinen Eltern zu wünschen. Meine Eltern haben sich schließlich beim Mathestudium kennen gelernt, weswegen ich der Mathematik äußerst dankbar bin, denn ohne sie gäbe es mich ganz einfach nicht. Doch auch meine Eltern waren ziemlich ratlos, rechneten ein paar Tage herum und schickten mich schließlich wegen eines selbst für ehemalige Mathestudenten nicht zu begreifenden Wunsches zur Schulpsychologin, die mir versuchte einzureden, dass ich ja eigentlich ein doofes PC-Spiel haben wollte. Die Schulpsychologin ist nämlich Englischlehrerin und kann Schüler, die nicht Englisch, sondern z.B. Mathe als Lieblingsfach haben, nicht verstehen. Gar nicht. Nicht ein bisschen! Andere Lehrer oder Schüler, die so ein Verständnisproblem haben, schickt man ganz einfach zur Schulpsychologin, aber... nun ja. Obwohl ich die Vorstellung ziemlich erheiternd finde: Mrs Miller führt im Schulpsychologenzimmer Selbstgespräche, mal auf der Couch liegend, mal auf dem Stuhl davor sitzend, mit dem Klemmbrett für Notizen auf dem Schoß. Nach einigen anstrengenden aber sinnlosen Sitzungen entließ sie mich an meine Eltern mit dem wunderschönen Satz: „This stupid girl keeps looking for a proof of this stupid mathematical theorem. I will become nuts if I talk to her one more time!“ Gut, der Satz enthält einen Fehler, natürlich war sie schon längst „nuts”, aber er gab mir zu denken. Wenn mein „mathematical theorem“ wirklich „stupid“ war, dann würde ich die Lösung vielleicht... in einem Irrenhaus finden? Sofort besorgte ich mir eine Zwangsjacke (um nicht so aufzufallen) und machte mich auf in die nächste Anstalt. Die Frau an der Rezeption sah mich verdutzt an, als ich eintrat. Okay, zugegeben... ich sah sicher etwas merkwürdig aus, schließlich war die Jacke nicht ganz vorschriftsmäßig geschnürt (das ist aber auch schwer wenn man das alleine machen muss) und ich hatte ein paar blaue Flecken im Gesicht, ich war nämlich kurz davor in der U-Bahn umgefallen, weil ich mich ja nirgendwo festhalten konnte. Muss ein ausschließlich modischer Grund sein, warum die Psychopathen solche Jacken anziehen, also praktisch sind sie auf jeden Fall nicht. Freundlich ging ich auf die Frau zu und erklärte ihr, ich sei auf der Suche nach dem Beweis und würde mich gerne mal umschauen. Sie war sehr hilfsbereit: Sofort ließ sie ihre Arbeit stehen und schrie: „Alarm!!! Da ist anscheinend eine ausgebrochen!“ was in der Sprache der Anstalt wahrscheinlich so viel heißt wie: „Willkommen! Natürlich zeigen wir dir alles“, denn im nächsten Moment kamen zwei große Wärter herein. Die hatten richtig tolle Muskeln, so dass ich ganz weiche Knie bekam, aber zum Glück haben mich die beiden ja gut festgehalten, damit ich nicht umfalle. Ganz verliebt strahlte ich sie an, aber Männer tun sich ja im Gefühle zeigen immer ein bisschen schwerer, deswegen guckten sie nur grimmig zurück und brachten mich wortlos in einen Raum, der vollkommen leer war. Aber die Wände gefielen mir: Sie waren aus Gummi und ganz weich. Und völlig unbeschrieben. Jetzt verstand ich. Man hatte mir ein Zimmer gegeben, damit ich meine Berechnungen durchführen konnte. Zum Glück hatte ich noch ein Stück Kreide in der Tasche, mit dem ich alles voll schrieb, wobei ich zwar nicht auf den Beweis kam, aber die Wände sahen jetzt viel schöner aus. Freudig überrascht stellte ich fest, dass man mich dort sogar übernachten ließ, und ein Gespräch bei der Schulpsychologin der Anstalt bekam ich außerdem noch. Sie sagte mir zwar, dass sie eigentlich nicht Schulpsychologin, sondern Anstaltspsychiaterin sei, aber im Prinzip machte sie genau das Gleiche, nur nicht auf Englisch. Zwei Tage später war es meinen Eltern dann schließlich gelungen, mich ausfindig zu machen, und sie holten mich wieder ab. Leider hatte ich – wie gesagt – den Beweis trotz meines Anstaltsbesuchs nicht finden können. Also bat ich meine Eltern, ob sie ihn mir nicht zu meinem Geburtstag kaufen wollten. Leider wurde mir gesagt, ich würde mir doch auch keinen Ferrari wünschen, das sei viiiiiel zu teuer. Also spare ich jetzt selbst auf meinen Beweis. Schließlich hab ich ihn mir schon gewünscht, selber danach gesucht, bin in die Anstalt gegangen, sogar gejagt habe ich ihn schon, und jetzt werde ich ihn mir kaufen. Wenn ich mich nicht irre, kann ich ihn mir mit meinem Taschengeld, dem Geld von der Nachhilfe und der Vermarktung meiner selbstentworfenen Beweis-Sucher-Tapete in 214 Jahren leisten. Und dann heißt es endlich:

q.e.d.

 
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