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Universität/Hochschule J Forschungsschwerpunkt und Studium (Math. M.Sc.)
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  Themenstart: 2017-04-07

Hallo, ich bin Mathe-Student im 4. Semester und beginne jetzt schon Gedanken zu machen, wo "am besten" (wie kritisch es klingen mag) mein Master-Studium fortsetzen sollte. Unserer Math-Fachbereich ist vergleichsweiser klein und bietet wenigere Veranstaltungen an, in machen Disziplinen gibt es ja gar keine Vorlesungen, wenn überhaupt, nur relativ selten. Diese Einschränkung macht mir Sorge, denn ich will möglichst früh unterschiedliche mathematischen Theorie hören (und bis zum gewissen Grad verstehen) und ich könnte mein echtes Interesse finden, wenn mir eine ausreichende Auswahl vorliegen würde. Soviel zur Motivation. Bevor ich meine eigentliche Frage aufstelle, würde ich gern wissen: Darf man in der Phase wie meine schon sagen, woran er sein Interesse liegt (auch wenn dies nicht präzise sein kann)? Z.B. es gefällt mir im Allgemeinen die "reine" Mathematik besser als die "praktische"; Algebra besser als Analysis; Maßtheorie besser als gew.Dgl. etc. Die eigentliche Frage: Ist es nachvollziehbar, wenn eine Universität (in Deutschland) einen guten Ruf für ein bestimmtes (mathematisches) Gebiet hat, so lernen die Studenten (schon ab Bachelor-Niveau) in der Regel mehr und tiefer für das Gebiet (durch die Lehrangebote)? (ich bin trotzdem neugierig, ob eine allgemeine Beurteilung dafür gibt, wo ist gut für was.) Ist aber der Ausgangspunkt meiner Überlegungen richtig, wenn ich mich bloß mit mehr Mathe (die mich interessiert) beschäftigen wollte? Mache würden sagen, bis zum Abschluss des Master-Studiums sei man immer noch beim Grundwissen der Mathematik, welche sowieso an jeder Uni beigebracht werden. Also hängt es zum großen Teil davon ab, wie fleißig man werden kann, z.B..


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eva1
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  Beitrag No.1, eingetragen 2017-04-08

Wäre das eine Alternative für dich? https://www.maths.cam.ac.uk/postgrad/mathiii


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  Beitrag No.2, vom Themenstarter, eingetragen 2017-04-08

Hallo eva1, ich bin nicht bereit, außerhalb dem deutschsprachigen Raum zu studieren (für den Master).


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eva1
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  Beitrag No.3, eingetragen 2017-04-08

Welches Gebiet der reinen Mathematik interessiert dich denn? Bonn wird wohl von vielen als die 'beste' Adresse in Deutschland gesehen.


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grosser
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  Beitrag No.4, eingetragen 2017-04-08

Es gibt aber an vielen anderen Universitäten nicht zu verachtende Leuchtürme, d.h. Lehrstühle die in ihrem Bereich deutschlandweit und darüber hinaus top sind. Ob man allerdings schon im 4. Semester weiß, in welches Spezialgebiet man sich vertiefen möchte bzw. was man nach dem Studium machen will, ist fraglich. Viele Professoren bevorzugen Studenten, die sie "von klein auf" hochgezogen haben. D.h. von der Grundlagenvorlesung zu Beginn des Studiums bis hin zur Spezialvorlesung im Master. Letztlich ist es somit auch ein wenig Glück zum richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Andersrum gefragt, gibt es denn in den Bereichen, die dich interessieren genügend Spezialvorlesungen an deiner Uni?


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  Beitrag No.5, vom Themenstarter, eingetragen 2017-04-09

@eva1: \quoteon(2017-04-08 22:10 - eva1 in Beitrag No. 3) Welches Gebiet der reinen Mathematik interessiert dich denn? \quoteoff Mir scheint momentan, Algebra und Topologie am interessantesten zu sein. Es könnte sich ändern, wenn ich ins Gebiet weitergehen - Was in der Forschung gescheht, könnte weit entfern von meiner jetzigen Vorstellung sein. Aus dieser Überlegung wäre Bonn eine ideale Wahl, denn dort soll sehr viele verschiedene Mathe-Vorlesungen vorgesehen werden. Ich weiß nicht, ob dadurch man sich sein Interesse richtig entdecken könnte - In der Masterphase. @grosser: \quoteon(2017-04-08 22:23 - grosser in Beitrag No. 4) Es gibt aber an vielen anderen Universitäten nicht zu verachtende Leuchtürme, d.h. Lehrstühle die in ihrem Bereich deutschlandweit und darüber hinaus top sind. \quoteoff Wo kriegt man diese Information? \quoteon(2017-04-08 22:23 - grosser in Beitrag No. 4) Andersrum gefragt, gibt es denn in den Bereichen, die dich interessieren genügend Spezialvorlesungen an deiner Uni? \quoteoff Ich glaube, dass die reelle algebraische Geometrie an meiner Uni mich interessieren würde. Die anderen Schwerpunkte haben etwas mit PDE und Stochastik/Statistik zu tun, welche ich zunächst nicht ganz spannend fand. Ich denke, die Frage ist ja etwa widersprüchlich in dem Sinne, dass ich zu der Uni gehen will, wo die meisten für mich interessante Vorlesungen sich befinden. Andererseits kann ich mich zur Zeit nicht feststellen, ob sie wirklich so (un)interessant sind.


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Chandler
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  Beitrag No.6, eingetragen 2017-04-09

Hallo, das schöne an der Mathematik ist, dass man sie ortsunabhängig betreiben kann (Heute am See in der Sonne liegend ; ). Wichtig ist, dass man sich an der Uni und Fachbereich wohlfühlt. Ich hatte Masterveranstaltungen in mit zwei Teilnehmern und war letztendlich auch der einzige meiner Kommilitonen, der Funktionalanalysis betrieben hat. Im 4. Semester kannst du auf jeden Fall noch nicht wissen, was dich wirklich am meisten interessiert. Das ergibt sich unter Umständen auch erst während der Bachelorarbeit. Und das ist auch einer der wenigen Vorteile, der Bachelor/Master-Umstellung: Du kannst dein Interessengebiet mit Hilfe einer kleinen wissenschaftlichen Arbeit schon mal erkunden. Wo studierst du denn eigentlich? Grüße Chandler


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syngola
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  Beitrag No.7, eingetragen 2017-04-09

Hallo, ich denke auch, es ist zu früh, Dir genau auszudenken was Deine Spezialisierungsrichtung sein wird. Wenn es Dich wirklich interessiert was man noch so alles machen könnte, setze Dich doch einfach mal in ein paar Vorlesungen der höheren Semester. Da die Semester jetzt erst anfangen, hast Du noch die Chance die Einführungen mitzubekommen und auch zu verstehen. Behalte aber schonmal im Hinterkopf, dass man mit Wirtschafts-, Versicherungs- und Finanzmathematik sowie Statistik die besten Chancen auf einen Beruf hat. Es gibt in diesen Bereichen einfach die meisten Stellen. Mit Algebra und Analysis als Hauptfach wird man wohl nur als Forscher und mit Doktortitel erfolgreich sein, wenn überhaupt. Das gleiche gilt für Geometrie und Differentialgeometrie. Alles superspannende Fächer, aber einen Job findet man damit nicht. Übrigens auch nicht mit Wahrscheinlichkeitstheorie solange man keine Statistik hatte. Und ja, Dein späterer Erfolg hängt ganz entscheidend vom Namen der Uni ab ;) Gruß, Peter


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darkhelmet
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  Beitrag No.8, eingetragen 2017-04-10

\quoteon(2017-04-09 23:24 - syngola in Beitrag No. 7) Alles superspannende Fächer, aber einen Job findet man damit nicht. \quoteoff Das finde ich völlig übertrieben. Ich wurde vor 5 Jahren bei einer Versicherung einfach nur wegen meines Mathematikstudiums (mit ganz ordentlichen Noten) eingestellt, einige Kollegen hatten auch keine besondere Spezialisierung. Kann sein, dass Versicherungen momentan weniger einstellen, aber dann gibt es noch z.B. Unternehmensberatungen und Software-Unternehmen, für die die Spezialisierung völlig egal ist, sondern das Mathematikstudium an sich, Noten, und evtl. andere Fähigkeiten zählen.


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syngola
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  Beitrag No.9, eingetragen 2017-04-10

@darkhelmet, das sehe ich anders. Die Versicherungen suchen explizit nach Mathematikern mit einschlägiger Ausrichtung. In anderen Branchen sieht es ähnlich aus, niemand stellt einen Mathematiker als Programmierer ein, wenn dieser (noch) nicht programmieren kann ;)


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darkhelmet
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  Beitrag No.10, eingetragen 2017-04-10

@syngola: Ich weiß nicht, auf welcher Grundlage du zu dieser Einschätzung kommst. Wenn du mit "suchen" meinst, was auf den Stellenanzeigen steht, dann "suchen" Versicherungen natürlich Mathematiker mit einschlägigen Vorkenntnissen. Und wenn sich kein solcher bewirbt (oder nur welche mit anderen Defiziten), nehmen sie eben einen anderen. Der Rat, bei der Spezialisierung auch an den Beruf zu denken, ist gut, mich stört nur die Aussage "du wirst anders keinen Job finden", was unnötig Panik schürt bei einem Thema, das ohnehin vielen Angst macht. Und ja, ich denke, es werden ständig Mathematiker als Programmierer eingestellt, die noch nicht programmieren können, weil man davon ausgeht, dass man es ihnen leicht lernen kann.


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Ex_Senior
  Beitrag No.11, eingetragen 2017-04-10

Die Arbeitslosenquiote unter Mathematikern ist deutlich geringer als die durchschnittliche der Gesamtbevölkerung. (Ich meine mal bei der DMV was von 1% gelesen zu haben, was sogar noch weniger ist als unter Vollbeschäftigung; da ja immer Leute gerade zwischen zwei Jobs stehen, etwa umzugsbedingt.) Ich kenne auch keinen Mathematiker, egal wie weltabgewandt sei Studium oder auch seine Promotion war, der nicht nach vergleichsweise kurzer Zeit in der Wirtschaft/ Industrie untergekommen wäre, sobald er nach entsprechenden Stellen auch gesucht hat... Insofern: Don't Panic! :) Cyrix


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Chandler
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  Beitrag No.12, eingetragen 2017-04-10

Leute, ihr kommt vom Thema ab. Er ist im 4. Semester und würde gerne weiter Mathematik studieren und keine geschönte Arbeitsmarktstatistiken anschauen, Stellenausschreibungen von Versicherungen durchlesen oder nun doch lieber zur Informatik wechseln. Er interessiert sich, ob er die Uni für den Master wechseln sollte! Ich würde mich vor einem Uniwechsel nochmals genau über die Rahmenbedinungen erkunden. Man verliert auf jeden Fall Zeit, da unter Umständen nicht alle Dinge anerkannt werden oder man spezielle Vorlesungen nachholen muss. Auch die Kontakte mit Professoren, die man während der Bachelorphase aufbaut sind erstmal wieder weg. Ich habe nach dem Bachelor auch die Universität gewechselt, und zwar genau für 2 Wochen, bis ich gemerkt habe, dass ich so nur Nachteile habe und habe meinen Master dann doch an meiner Bacheloruni gemacht.


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Ehemaliges_Mitglied
  Beitrag No.13, vom Themenstarter, eingetragen 2017-04-10

Zuerst danke für eure Kommentare! @Chandler: \quoteon(2017-04-09 11:53 - Chandler in Beitrag No. 6) Wo studierst du denn eigentlich? \quoteoff habe ich per PM geantwortet. \quoteon(2017-04-10 21:11 - Chandler in Beitrag No. 12) Leute, ihr kommt vom Thema ab. Er ist im 4. Semester und würde gerne weiter Mathematik studieren und keine geschönte Arbeitsmarktstatistiken anschauen, Stellenausschreibungen von Versicherungen durchlesen oder nun doch lieber zur Informatik wechseln. Er interessiert sich, ob er die Uni für den Master wechseln sollte! \quoteoff Danke, das ist nett :) Aber ich höre gern auch was vom Arbeitsmarkt, obwohl ich mir über solche Dinge noch nicht viel Gedanken gemacht habe. @syngola: Ich glaube, wenn man das Mahte-Studium erfolgreich abschließen könnte, dürfte es nicht so schwer sein, einen Job zu finden. Mein Ziel ist aber, in die Forschung zu gehen - ich habe das nicht am Anfang gesagt, denn es klingt (mir) zur Zeit zu ambitioniert. Ich muss noch schauen, wie das Masterstudium läuft. Es ist mir, so zu sagen, die Mannigfaltigkeit der Lehrangebote wichtig. (da ich noch nicht genau weiß, für was ich mich interessiere, s. auch #5) Übrigens will ich zunächst nicht programmieren lernen...


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