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Kein bestimmter Bereich Schachweltmeisterschaft 2021
Slash
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  Themenstart: 2021-12-08

Ich hatte da erst eben was von mitbekommen 😃. Wem es genauso geht, der kann hier bei Wikipedia einen aktuellen Überblick erhalten. Aktuell führt Carlsen mit 3 Punkten. Die 6. Partie dauerte fast 8 Stunden. Gruß, Slash


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Bai
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  Beitrag No.1, eingetragen 2021-12-08

Hallo Seit Match 6 ist Nepo wohl psychologisch bereits besiegt. Wirklich spannend wird es leider nicht mehr. Davor war es aber eigentlich auch schon langweilig. Ganz generell finde ich, dass die "Schachweltmeisterschaft" einfach nicht mehr zeitgemäß ist. In der aktuellen Form ist das eigentlich nur für die absolute Elite konsumierbar, wenn ein einziger Zug durchschnittlich 15 Minuten braucht und es meistens in einem draw endet (die letzte Meisterschaft zwischen Caruana und Carlsen trieb das auf die Spitze). Ich verstehe auch nicht, warum der amtierende Champion bereits gesetzt ist und lediglich gegen den Gewinner des Candidates Tournament antreten muss. Für mich schmälert das den mit dem Titel einhergehenden Stellenwert maßgeblich. "Seit 2013 ungeschlagener Weltmeister" klingt schon deutlich weniger beeindruckend, wenn man weiß, dass Carlsen seinen Titel in dieser Zeit nur vier Mal verteidigen musste, und jeweils nur gegen einen Spieler. Viel besser wäre es, wenn es ein großes Turnier mit vielen Kandidaten geben würde. In Schach könnte man auch verschiedene Formate kombinieren. Gerade Blitz ist sehr viel unterhaltsamer und erfordert ja auch andere Techniken/Fähigkeiten. So wäre man gezwungen, gegen verschiedene Spielstile und in verschiedenen Formaten zu dominieren, um den Titel zu verdienen. Ich bin überzeugt davon, dass man mit diesen Änderungen eine sehr viel größere Zuschauergruppe erreichen könnte, was dem Sport zumindest aus finanzieller Hinsicht auch gut tun würde. Man muss dabei ja auch nicht gleich seine Seele verkaufen und zwischen den Zügen eine Coca Cola Werbung spielen. Anhand der mit anderen Sportarten verglichenen völlig lächerlichen Gewinnsumme von ca. 2 Mio erkennt man aber schon deutlich, dass da noch viel Luft nach oben ist. Liebe Grüße Bai


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Nuramon
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  Beitrag No.2, eingetragen 2021-12-08

\quoteon(2021-12-08 20:03 - Bai in Beitrag No. 1) Davor war es aber eigentlich auch schon langweilig. \quoteoff Ich schenke der Weltmeisterschaft nur genug Aufmerksamkeit um die Memes auf r/AnarchyChess zu verstehen.


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LetsLearnTogether
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  Beitrag No.3, eingetragen 2021-12-08

\quoteon Ich hatte da erst eben was von mitbekommen \quoteoff Ging mir ähnlich. Ich bin mit Partie drei darauf aufmerksam geworden. Sonst habe ich bisher alle Schachweltermeisterschaften mit Carlsen verfolgt. Die diesjährige lässt mich etwas kalt. Ich gucke mir jeweils die Analysen an und schalte hier und da mal rein. Aktuell geht es Nepo wohl nur noch darum so schnell wie möglich die Weltmeisterschaft zu "beenden" ohne das noch etwas schlimmeres passiert, also noch mehr Spiele verloren werden. Da waren in den letzten Verlustpartien schon ein paar eigenartige Fehler dabei, wo Nepo sich offensichtlich grob verrechnet hat, oder auch seine Positionen in den Interviews am Ende zu optimistisch einschätzt. (Womit ich natürlich nicht sagen will, dass ich es besser könnte...) \quoteon In der aktuellen Form ist das eigentlich nur für die absolute Elite konsumierbar, wenn ein einziger Zug durchschnittlich 15 Minuten braucht und es meistens in einem draw endet \quoteoff Finde ich eigentlich gar nicht. Besonders wenn man es Live verfolgt, sind die Kommentare der anderen Schachgroßmeister doch sehr interessant. Ich habe eigentlich auch das Gefühl, dass das ganze etwas runtergewässert wird, wenn dann in der Pressekonferenz so Scherzfragen wie "How does the Knight move?" kommen, oder während der Partie es eine Rubrik "Show me your pictures" gibt... Kommt aber wohl darauf an welchen Stream man verfolgt. Auf Youtube gibt es da mehrere. \quoteon Viel besser wäre es, wenn es ein großes Turnier mit vielen Kandidaten geben würde. \quoteoff Ist dafür nicht das Candidates Tournament da? :) Wie genau meinst du das denn? Ich mein, es muss ja viele Spiele geben um ein wirklich repräsentatives Ergebnis zu haben. Mit einem Wurf auf den Basketball-Korb kann ich eventuell auch Michael Jordan besiegen, wenn ich nur genug Glück habe... Für Blitzschach etc. gibt es ja dann auch wieder andere Turniere, weil es ja auch (mehr oder weniger) andere Spiele sind. Blitzschach sieht nur interessanter aus, aber wenn man sich mit den Spielen im Sinne der Kommentare auseinandersetzt, dann merkt man erst wie viel Raffinesse und Taktik da eigentlich drin steckt, und wie beeindruckend die Fähigkeiten der Spieler überhaupt sind.


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AnnaKath
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  Beitrag No.4, eingetragen 2021-12-09

Huhu zusammen, bisher habe ich jede Partie in voller Länge verfolgt (nicht unbedingt live, das ist aufgrund des Austragungsorts praktisch nicht möglich). Und ich bin - wie auch in den letzten Weltmeisterschaftskämpfen - immer wieder neu elektrisiert. Es mag gute Gründe geben, warum andere Schachformate populär sind und weiter an Popularität gewinnen. Auch ich spiele gerne Schnell- oder Blitzshach und schaue gerne solche Partien. Aber dies gehört sich nicht für eine Weltmeisterschaft. Im Grunde sind WM-Kämpfe eine eigene Schach-Disziplin, mit der umfangsreichsten Vorbereitung durch ganze Teams starker Spieler, Engines, Köche und Teammanagern. Selbstverständlich ist solcher Aufwand für ein gewöhliches Turnier nicht darzustellen. Auch die FIDE hat längst wieder von einer Weltmeisterschaft in einem Turnier-Format Abstand genommen (solche gab es; niemand hat dies jedoch sonderlich ernst genommen). Zugegeben, Magnus Stil ist nicht immer spannend für Trash-Liebhaber und die 6. Partie hat auch meine Geduld ein wenig strapaziert (dafür wurden die Zuschauer belohnt!). Jedenfalls wäre ich sehr enttäuscht, keine solch spannenden Wettkämpfe auf höchstem Niveau mehr in zukunft verfolgen zu können. lg, AK


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Slash
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  Beitrag No.5, vom Themenstarter, eingetragen 2021-12-09

\quoteon(2021-12-09 00:27 - AnnaKath in Beitrag No. 4) Zugegeben, Magnus Stil ist nicht immer spannend für Trash-Liebhaber und die 6. Partie hat auch meine Geduld ein wenig strapaziert (dafür wurden die Zuschauer belohnt!). \quoteoff Fischer hatte ja bereits vor Jahrzehnten die Turnierregeln kritisiert und Änderungen vorgeschlagen. In einer Online-Partie gegen Nigel Short hatte Fischer (ob er es wirklich selbst war?) einfach mal die Startbedingungen regelkonform geändert und so eine sehr spannende Partie bereitet, sowie Short komplett aus dem Konzept gebracht. Ähnlich spannend würde es ja durch die Random-Regeln werden, weil dann die ganzen (bis teilweise zum 40. Zug) durch analysierten Eröffnungen entfallen. Fischer vs Short Gruß, Slash


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AnnaKath
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  Beitrag No.6, eingetragen 2021-12-10

Huhu Slash, im Chess960 (aka "Fisher-Random-Chess"), Schnell- und Blitzschach gibt es mehr entschiedene Partien. Das ist korrekt. Das liegt (im Falle von 960) vermutlich tatsächlich an der weniger entwickelten Theorie, in den beschleunigten Disziplinen sicher an der höheren Fehlerhäufigkeit. Man kann es auch so ausdrücken: Schlechtere Partien haben häufiger einen Sieger. Das mag man mögen oder auch nicht. Wer aber glaubt, dass andere Spieler (insb. z.B. einfache Vereinsspieler oder Amateure) im Chess960 oder den beschleunigten Disziplinen eher eine Chance hätten und somit das Schach irgendwie "zuschauertauglicher" machten, der dürfte sich täuschen. Der letzte ermittelte Weltmeister im Chess960 heisst genauso wie der aktuell (Live-)Wertungslistenanführende im Schnell- und Blitzschach: Magnus Carlsen. Einzig sind die Unterschiede (z.B. im Rating) teils noch deutlicher als im klassischen Schach, vgl. etwa hier. lg, AK


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AnnaKath
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  Beitrag No.7, eingetragen 2021-12-27 17:07

Als Nachtrag zu meiner letzten Anmerkung: Derzeit laufen gerade die Weltmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach. Man betrachte etwa die erste Partie von Magnus Carlsen. Nach 102 Zügen der Qual bricht sein Gegner zusammen und stellt die Partie schliesslich ein. Ist das nun besser als das (theoretische) Remis, das das Endspiel hätte ergeben sollen? Nun, jedenfalls hat der (ohnehin bessere) Spieler gewonnen, der auch lange Zeit den Druck aufrecht erhalten konnte. Auf der anderen Seite finde ich es etwas unwürdig, wenn man nach vielen Zügen mit jeweils 10 Sekunden Zeit, einen entscheidenen Fehler macht und dadurch ein Spiel zu einem recht zufälligen Ende kommt (dass es nicht wirklich "zufällig" ist, erkennt man natürlich daran, dass es trotzdem die auch im klassischen Schach besseren Spieler sind, die sich in den schnelleren Disziplinen durchsetzen). lg, AK


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AnnaKath
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  Beitrag No.8, eingetragen 2021-12-27 21:18

Und man möge auf den Zwischenstand nach Tag 2 schauen... Unter den besten 4 sind 3 Supergrossmeister, unter den besten 13 sind es 8. Und "Kollegen" wie Cheparinov (eher Lehrer als Spieler), Jobava* (einer der Spieler, der entweder ganz oben oder recht weit unten in einem CH-Open landet) zählen in dieser Statistik m.E.n. nicht. Darüber hinaus: Führend ist Magnus Carlsen... *) Jobava hat im Live-Rating die 2700 ELO im Schnellschach "geknackt".


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