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Mechanik » Dynamik der Punktmasse » Kräfte beim Unfall steigen "exponentiell" mit der Geschwindigkeit
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Universität/Hochschule J Kräfte beim Unfall steigen "exponentiell" mit der Geschwindigkeit
traveller
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  Themenstart: 2020-12-06

Hallo, Die erste Antwort aus diesem Interview mit der Chefin der Fahrzeugsicherheit von Volvo: "Die bei einem Unfall wirkenden Kräfte steigen mit der Geschwindigkeit exponentiell an." Die Energie steigt quadratisch, nicht exponentiell. Kann man den Unfall irgendwie sinnvoll modellieren, dass die Kräfte dabei tatsächlich exponentiell mit der Geschwindigkeit steigen, oder ist das einfach mal wieder eine umgangssprachlich falsche Verwendung des Begriffs "exponentiell"? Was für eine "Chefin der Fahrzeugssicherheit" doch etwas enttäuschend wäre.


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MontyPythagoras
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  Beitrag No.1, eingetragen 2020-12-06

Hallo traveller, das ist natürlich Bullshit, die Kräfte sind proportional zur Beschleunigung (bzw. Verzögerung). Umgangssprachlich wird ja oft von den "G-Kräften" gesprochen. Bei gleichbleibender Knautschzone beim Fahren gegen einen Brückenpfeiler gilt ja: $$\frac12mv^2=mas$$wobei $s$ die zur Verfügung stehende Bremsstrecke ist - die beim Frontalaufprall auf ein unbewegliches Hindernis kaum mehr als ein Meter betragen dürfte. Daraus folgt: $$a=\frac{v^2}{2s}$$Somit eindeutig quadratisch steigend mit der Geschwindigkeit. Ich stelle allerdings eine wachsende Tendenz in der Berichterstattung für unmathematische Muggels fest, das Wort "exponentiell" gerne zu verwenden, wenn man ausdrücken möchte, dass etwas ganz dolle schlimm ist - ungeachtet der tatsächlichen physikalischen oder mathematischen Zusammenhänge. Ich gehe davon aus, dass die Chefin der Fahrzeugsicherheit sehr wohl weiß, was der Unterschied zwischen "exponentiell" und "quadratisch" ist. Aber entweder hat sie es dem Interviewenden nicht zugetraut, diesen Unterschied zu kennen, oder der Interviewende hat aus dramaturgischen Gründen den Begriff gewählt und nur "sinngemäß" zitiert. Ciao, Thomas


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