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Analysis » Maßtheorie » Konstruktion einer Nullmenge mit Verdichtungspunkten
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Universität/Hochschule Konstruktion einer Nullmenge mit Verdichtungspunkten
Phoensie
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2021-01-24

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Liebe Matheplanetarier

Für eine Aufgabe, die mir auf Französisch gestellt wurde, habe ich folgende freie Übersetzung verfasst:

Definition.
Im Folgenden heisse $x \in \R$ ein Siedepunkt (Französisch point de condensation) der Menge $A \subseteq \R$, wenn der Durchschnitt jeder Umgebung von $x$ mit $A$ überabzählbar ist.

Aufgabe.
Konstruiere eine Lebesgue-Nullmenge $N \subseteq \R$, sodass jeder Punkt in $\R$ ein Siedepunkt von $N$ ist.

Meine Frage.
Könnt ihr mir diese Definition eines Siedepunkts in anderen (simpleren?) Worten erklären, ohne mir die Aufgabe zu lösen? Ich verstehe nicht wirklich, wie ich mir das vorzustellen habe (z.B. warum darf ein Siedepunkt ausserhalb der betrachteten Teilmenge $A$ liegen?), möchte aber dennoch die Aufgabe selbst lösen.😄

Liebe Grüsse
Phoensie
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sonnenschein96
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2021-01-25

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Hallo Phoensie,

2021-01-24 22:41 - Phoensie im Themenstart schreibt:
Definition.
Im Folgenden heisse $x \in \R$ ein Siedepunkt (Französisch point de condensation) der Menge $A \subseteq \R$, wenn der Durchschnitt jeder Umgebung von $x$ mit $A$ überabzählbar ist.

Ich glaube die Übersetzung "Siedepunkt" ist nicht so gut ;D Das gehört wohl eher in die Physik (und "sieden" bezeichnet auch den umgekehrten Vorgang von "kondensieren" (verdichten)). Bei Wikipedia wird dies "Verdichtungspunkt" oder "Kondensationspunkt" genannt, siehe
de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4ufungspunkt#H%C3%A4ufungspunkte_und_Ber%C3%BChrpunkte_einer_Menge


2021-01-24 22:41 - Phoensie im Themenstart schreibt:
Meine Frage.
Könnt ihr mir diese Definition eines Siedepunkts in anderen (simpleren?) Worten erklären, ohne mir die Aufgabe zu lösen? Ich verstehe nicht wirklich, wie ich mir das vorzustellen habe (z.B. warum darf ein Siedepunkt ausserhalb der betrachteten Teilmenge $A$ liegen?)

Der Begriff "Verdichtungspunkt" ist offenbar eine Verschärfung des Begriffs "Häufungspunkt". \(x\) ist ein Häufungspunkt von \(A\) wenn jede Umgebung von \(x\) einen Punkt aus \(A\) enthält, der ungleich \(x\) ist. Der Begriff "Häufungspunkt" wiederum ist eine Verschärfung des Begriffes "Berührpunkt", da jeder Punkt in \(A\) auch stets ein Berührpunkt ist. Die Begriffe "Berührpunkt" und "Häufungspunkt" sollten Dir bekannt sein, oder?

Anschaulich ist ein Berührpunkt eben ein Punkt, der die Menge "berührt", d.h. die Menge kommt dem Punkt beliebig nahe (dafür muss er nicht in der Menge liegen, er kann eben auch auf dem Rand liegen). Bei Häufungspunkten muss sich die Menge an diesem Punkt "häufen", man schließt daher isolierte Punkte aus. Bei Verdichtungspunkten muss die Menge bei dem Punkt "besonders dicht" sein, es müssen also "sehr viele" (überabzählbar viele) Punkte von \(A\) bei \(x\) liegen.

Betrachte z.B. die Menge \(A=((-2,-1)\cap(\mathbb{R}\setminus\mathbb{Q}))\cup\{\frac{1}{n}\,|\,n\in\mathbb{N}\}\subseteq\mathbb{R}\) (eine Skizze hilft Dir vielleicht). Die Menge aller Berührpunkte ist \([-2,-1]\cup\{\frac{1}{n}\,|\,n\in\mathbb{N}\}\cup\{0\}\), die Menge aller Häufungspunkte ist \([-2,-1]\cup\{0\}\) und die Menge aller Verdichtungspunkte ist \([-2,-1]\).


Du bist nun also auf der Suche einer Nullmenge, die insbesondere überabzählbar sein muss (sonst hätte sie keine Verdichtungspunkte). Kennst Du überabzählbare Nullmengen?
\(\endgroup\)


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