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Universität/Hochschule Bachelorarbeit Schreibstil
Pter87
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2021-01-25


Gibt es da eigentlich eine Empfehlung für das objektive Schreiben. Hab mir jetzt mal so paar Artikel zum wissenschaftlichen Schreibstil angeschaut. Paar schreiben, dass man möglichst passiv formulieren sollte und andere finden die "Wir"-Variante besser. Kann man in der Hinsicht eine Empfehlung aussprechen?



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Kezer
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2021-01-25


In der Mathematik schreiben wir meistens "wir".


-----------------
The difference between the novice and the master is that the master has failed more times than the novice has tried. ~ Koro-Sensei



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Triceratops
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, eingetragen 2021-01-25


Kezer hat zwar im Prinzip Recht, aber Sätze wie

"Man nehme eine Primzahl $p \geq 5$ ..."

"Diese Gruppe nennt man ..."

und

"In dieser Arbeit berechne ich die ..." (zumindest in der Einleitung!)

sind durchaus üblich. Du kannst es dir also aussuchen.



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Pter87
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, vom Themenstarter, eingetragen 2021-01-25


Was haltet ihr davon einfach beides zu benutzen und dann je nach Situation zu entscheiden?



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dietmar0609
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, eingetragen 2021-01-26


das halte ich für schlecht. Ich würde mich für eine Variante entscheiden. Als Korrektor würde ich es nicht mögen, wenn da ein Mix angeboten wird.

Gruss dietmar



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Kornkreis
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, eingetragen 2021-01-26


In meinen Abschlussarbeiten (in Physik) habe ich die von dir schon erwähnte Passivform benutzt. Der Grund war, dass in einer solchen Arbeit ja der Fremdanteil anderer sehr klein und explizit erwähnt ist, sodass sich die "Wir"-Form für mich komisch angehört hätte.
Anders als in wissenschaftlichen Artikeln, wo ja durchaus mehrere Leute zusammenarbeiten, was das "Wir" rechtfertigt.



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Phoensie
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.6, eingetragen 2021-01-26

\(\begingroup\)\(\newcommand{\N}{\mathbb{N}}             % Natürliche Zahlen \newcommand{\Z}{\mathbb{Z}}             % Ganze Zahlen \newcommand{\Q}{\mathbb{Q}}             % Rationale Zahlen \newcommand{\R}{\mathbb{R}}             % Reelle Zahlen \newcommand{\C}{\mathbb{C}}             % Komplexe Zahlen \newcommand{\ord}{\mathrm{ord}}         % Gruppenordnung \newcommand{\indep}{\perp \!\!\! \perp} % Stochastische Unabhängigkeit (Symbol)\)
Erlaubt mir zu diesem Thema anzuhängen: Bei einem Äquivalenzbeweis beweist man oft die einzelnen Implikationen separat. Bei Übungsserien habe ich es mir angewöhnt, folgende Struktur zu verwenden:

Behauptung: $P \iff Q$.

Beweis.
$\bullet \; \underline{\Rightarrow}$:
    [Hier Beweis $P \Rightarrow Q$ einfügen]
$\bullet \; \underline{\Leftarrow}$:
    [Hier Beweis $Q \Rightarrow P$ einfügen]
Beidseitige Implikation ergibt Äquivalenz. QED.


Kann dieser Listen-Aufbau auch für ein Paper / eine Arbeit verwendet werden, oder wird eher davon abgeraten? (falls ja, warum?)

LG Phoensie
\(\endgroup\)


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Bilbo
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.7, eingetragen 2021-01-26


2021-01-26 11:40 - Kornkreis in Beitrag No. 5 schreibt:
In meinen Abschlussarbeiten (in Physik) habe ich die von dir schon erwähnte Passivform benutzt. Der Grund war, dass in einer solchen Arbeit ja der Fremdanteil anderer sehr klein und explizit erwähnt ist, sodass sich die "Wir"-Form für mich komisch angehört hätte.
Anders als in wissenschaftlichen Artikeln, wo ja durchaus mehrere Leute zusammenarbeiten, was das "Wir" rechtfertigt.

Ich habe es immer mehr so verstanden, dass ich als Autor den Leser sozusagen an die Hand nehme und mit ihm gemeinsam durch den Stoff gehe. So verstanden, hat das "Wir" (=der Leser und ich) dann auch seine Berechtigung ganz unabhängig von der Anzahl der Autoren.

Etwas anderes ist es im Abstract bzw. der Einleitung, wenn es vor allem darum geht, die Leistung des Autors, das Neue, was die Arbeit enthält, darzustellen. Dort könnte man dann tatsächlich auch "Ich" schreiben.


@Phoensie: Im Allgemeinen würde ich dazu raten, in einer Abschlussarbeit der Lesbarkeit wegen möglichst immer in ganzen Sätzen zu schreiben. Zumindest ich finde das besser als zu viel Formelhaftes (z.B. nicht <math>\exists x ...</math>, sondern "Es gibt ein x ..." schreiben, wenn es nicht gerade um Prädikatenlogik geht).
Das von Dir genannte Beispiel würde ich aber noch als in Ordnung ansehen, da diese Beweisstruktur für Äquivalenzbeweise ja jeder kennt und man tatsächlich so auf einen Blick sieht, welche Richtung gerade gezeigt wird.


Viele Grüße
Thorsten



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Heilmagier der Drachengilde
Wohlordner des Universums
Rechner des Unberechenbaren
Navigator Irrlichts im Ozean der Rätsel



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Kornkreis
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.8, eingetragen 2021-01-27


2021-01-26 16:58 - Bilbo in Beitrag No. 7 schreibt:

Ich habe es immer mehr so verstanden, dass ich als Autor den Leser sozusagen an die Hand nehme und mit ihm gemeinsam durch den Stoff gehe. So verstanden, hat das "Wir" (=der Leser und ich) dann auch seine Berechtigung ganz unabhängig von der Anzahl der Autoren.

Stimmt, das gibt's auch und verwende ich gerne in Lösungen von Aufgaben.

In der Vergangenheitsform geschriebene Passagen können allerdings nicht so verstanden werden: "We modelled the system using ..." klingt nach einer Mehr-Autoren-Arbeit, daher verwende ich da das passive "The system was modelled using..."



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Pter87
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.9, vom Themenstarter, eingetragen 2021-01-28


Würdet ihr sagen, dass Begriffe, die in der Arbeit eingeführt werden, möglichst kurz und prägnant sein sollten ? Bei meiner Arbeit habe ich da so paar Begriffe, die man durchaus kürzen könnte. Die gekürzte Version klingt zwar nicht so gut(subjektiv), aber beschreibt den Sachverhalt genau so exakt. Es handelt sich nur um Begriffsdefinitionen.


Statt in jedem Satz z.B. zu sagen: ... ist eine Quaderschachtelung...

Eher sowas wie: ... ist eine 3D-Schachtelung ...

Beide Begriffe definiert man gleich. Sollte man auf sowas achten ?

Würdet ihr sagen "A ist vom Grad n" oder "A ist von der Ordnung n" ?





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Triceratops
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.10, eingetragen 2021-01-28


Geht beides jeweils. 😉



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