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Ingenieurwesen » Elektrotechnik » Elektrischer Schlag durch ein Handy oder Ladekabel?
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Kein bestimmter Bereich Elektrischer Schlag durch ein Handy oder Ladekabel?
Eckeneckepen
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  Themenstart: 2021-05-02

Gelegentlich gibt es Pressemitteilungen wonach ein Mensch in der Badewanne stirbt, weil sein Handy am Laden war und ins Wasser gefallen ist . Wie kann man das erklären ? Laut dem Bericht ist das so abgelaufen: Ein 230V-USB-Steckernetzteil steckt in der 230V Steckdose. Dann gibt es da noch ein 5 Volt USB Kabel welches die Verbindung zwischen dem Handy und dem 230V-USB-Steckernetzteil herstellt. Frage: Wie kann hier in der Theorie ein tödlicher Stromschlag erfolgen, wenn das Handy mit dem USB Kabel ins Wasser fällt ? Ich stelle mir das so vor: 1. in Wahrheit war die Steckdose zu weit entfernt für das kurze USB Kabel und darum lag auf dem Badewannenrand eine n-fach Steckdose an der das alles angeschlossen wurde. Danach ist dann zusammen mit dem Handy auch die n-Fach Steckdose mit ins Wasser gefallen. 2. Das USB-230V-Steckernetzteil ist derart "schlimm" defekt,daß an dem USB Ausgang 230V anliegen. In diesem Fall tritt aber ein Stromschlag sowohl schon beim Einstecken des USB Kabels in das Steckernetzteil auf , spätestens wenn das andere Ende ins handy gesteckt wird macht es einen lauten Knall Ist dieser Fall überhaupt realistisch ? Ich hab noch nie in Presse einen Bericht gelesen wo berichtet wird, daß ein 230V USB Steckernetzteil am USB Ausgang fehlerhafterweise 230V anliegen hat. Selbst die billigsten China Steckernetzteile wurden diesbezüglich noch nie kritisiert. Auf welche weise könnte es sonst noch zu einem tödlichen Schlag in der Badewanne gekommen sein?


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willyengland
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  Beitrag No.1, eingetragen 2021-05-03

Hier habe ich es gerade wieder gelesen: "Handy fällt in Badewanne - Junge Frau stirbt" https://www.n-tv.de/der_tag/Handy-faellt-in-Badewanne-Junge-Frau-stirbt-article22528558.html https://www.merkur.de/welt/unfall-badewanne-schweiz-handy-gossau-frau-stromschlag-tot-unfall-smartphone-90484292.html Leider keine Details.


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MontyPythagoras
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  Beitrag No.2, eingetragen 2021-05-03

Hallo Eckeneckepen, ich halte das erste Szenario für das wahrscheinlichere. Klarer Fall für den Darwin-Award. Aber auch das zweite Szenario würde ich nicht ausschließen. Eine Spannung ist kein absoluter Wert, eine Spannung ist eigentlich eine Potentialdifferenz. Der Erde wird der Einfachheit halber oft das Potential null zugewiesen, und wenn etwas gegenüber der Erde ein Potential von 5V hat, dann würde ein Gerät, welches an eine solches Potential angeschlossen würde, eine Spannung von 5V erfahren, wenn man den anderen Pol erden würde. In Bezug auf dieses Thema könnte daher der eine Pol des Sekundärkreises des Netzteiles auf einem Potential von 400V gegenüber Erde gelegen haben. Wenn der andere Pol auf 405V liegt, sieht das Handy trotzdem nur 5V, aber in dem Moment, wo das Handy ins Wasser fällt, geht der Strom nicht mit 5V Potentialdifferenz durch das Handy ins Ladegerät zurück, sondern mit 400V durch das Wasser in die metallischen Abflussteile. Soviel zur Theorie. Ich kann mir aber auch nicht ernsthaft vorstellen, dass im Netzteil ein (unentdeckter!) Defekt entsteht, der einen der beiden Pole zur Primärseite hindurchschaltet und den Sekundärkreis auf ein Potential von 400V legt. Das würde schon eine absichtliche Manipulation erfordern, denke ich. Ciao, Thomas


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Dixon
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  Beitrag No.3, eingetragen 2021-05-05

Hallo zusammen, ich kenne nur Handy-Steckernetzteile ohne Schutzleiter. Das heißt, der FI-Schutzschalter springt nicht an, wenn ein Strom gegen Erde fließt. So ein Steckernetzteil ist nicht gerade vertrauenerweckend aufgebaut. Von irgendwelchen CE-Zeichen sollte man sich nicht täuschen lassen, die überprüft meist niemand. Und für feuchte Räume sind die meisten dieser Dinge sicher nicht geeignet. Lange Rede kurzer Sinn: Feuchtigkeit erzeugt eine leitfähige Verbindung von der Primär- zur Sekundärseite und dann spricht keine Sicherung an. Grüße Dixon


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Delastelle
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  Beitrag No.4, eingetragen 2021-05-05

Hallo, bei web.de war gestern oder eher ein Artikel dazu. Den finde ich aber nicht mehr. Eine 23 Jährige hatte ihr Handy mit Ladekabel in der Steckdose. Dann ist ihr Handy in die Badewanne voll Wasser gefallen. Viele Grüße Ronald


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zippy
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  Beitrag No.5, eingetragen 2021-05-05

\quoteon(2021-05-05 00:55 - Dixon in Beitrag No. 3) ich kenne nur Handy-Steckernetzteile ohne Schutzleiter. Das heißt, der FI-Schutzschalter springt nicht an, wenn ein Strom gegen Erde fließt. \quoteoff Ein FI-Schalter misst die Differenz der Ströme in Außen- und Nullleiter, der Schutzleiter ist ihm egal. Ein Strom gegen Erde führt zu einer Differenz und somit, sobald ein Schwellwert überschritten ist, zum Auslösen. --zippy


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Eckeneckepen
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  Beitrag No.6, vom Themenstarter, eingetragen 2021-05-09

Mittlerweile habe ich glaube ich die Lösung gefunden. Die CT Zeitung ist einem ähnlichen Fall einmal nachgegangen: Tatsächlich liegt es am 230-V-USB Gerät. Details sind hier: https://www.heise.de/select/ct/2016/18/1472471575971800


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Folgende Antworten hat der Fragesteller vermutlich noch nicht gesehen.
Dixon
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  Beitrag No.7, eingetragen 2021-05-12

\quoteon(2021-05-09 16:07 - Eckeneckepen in Beitrag No. 6) Details sind hier: https://www.heise.de/select/ct/2016/18/1472471575971800 \quoteoff Danke für den Artikel, der sagt fast alles: "Im VDE-Prüfinstitut in Offenbach erkannte der Sicherheitsexperte Jürgen Ripperger auch ohne die Warnung aus Finnland sofort, dass die Kriech- und Luftstrecken zu klein sind. Bei hoher Luftfeuchtigkeit, zum Beispiel im Bad, könne die USB-Buchse deshalb Netzspannung führen, vermutete er." Bleibt nur die Frage, warum in den diversen Fällen die Sicherung nicht ansprang. Aber dazu müßte man die jeweilige Installation kennen. Bleibt nur nochmal darauf hinzuweisen, daß das CE-Kennzeichen meistens gar nichts sagt. Grüße Dixon


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Ueli
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  Beitrag No.8, eingetragen 2021-05-14

Ich habe mal zwei völlig verschiedene Netzteile gemessen. Beide hatten 80V. Wieviel Strom bei 80V herauskommt habe ich nicht getestet. In der Badewanne braucht es natürlich nicht viel, um das Herz aus dem Takt zu bringen. Noch eine Anmerkung zum CE Zeichen: Dies ist eine Selbstdeklaration des Herstellers. Solange nichts passiert, hat eine Falschdeklaration auch keine Folgen, ausser eventuell der Mitbewerber prüft nach. Das Zeichen hat eine definierte Form. Eine abweichende Geometrie kann auch China Export bedeuten, natürlich sind sich die Zeichen nur ganz zufällig ähnlich! Gruss Ueli


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traveller
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  Beitrag No.9, eingetragen 2021-05-14

\quoteon(2021-05-14 15:09 - Ueli in Beitrag No. 8) Ich habe mal zwei völlig verschiedene Netzteile gemessen. Beide hatten 80V. \quoteoff USB-Netzteile?? ElectroBOOM hat übrigens bereits zwei Videos dazu gepostet, in seiner üblichen *direkten* Herangehensweise: https://www.youtube.com/watch?v=SHGo-52wCDc https://www.youtube.com/watch?v=6Dd6_TghcE0 Zumindest in einem Fall war tatsächlich ein kaputtes Verlängerungskabel schuld.


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